Sobald auf einer Foto-Safari alle Filmrollen verschossen sind, muss ein Fotograf tolle Motive tränenden Auges ziehen lassen. Ein Digitalfotograf hat hier weitaus mehr Möglichkeiten. Er kann nicht nur Speicher- karten mit unzähligen Aufnahmen füllen. Wenn sie voll sind, kann er auch digitale Geräte einsetzen, auf die man nicht sofort kommen würde. Beispielsweise gibt ein MP3-Spieler nicht nur Musik von sich, sondern nimmt auch problemlos Bilddaten auf.
Normalerweise würde man für den Datentransfer zwischen Kamera und Abspielgerät einen Computer benötigen. Er muss ihn steuern, da normalerweise keine direkte Übertragung zwischen beiden Seiten möglich wäre - jedenfalls, wenn sie durch ein normales USB-Kabel verbunden wären. Doch von vielen unbemerkt hat sich seit Ende 2001 ein neuer Standard herausgebildet, der diese Barriere durchbricht. Dank USB On-the-go (USB OTG) steht der Speicher eines MP3-Players, Handys oder anderer Elektroapparate überall und jederzeit den Bilddaten offen.
Um Fotos zu übertragen und damit die Speicherkarte frei zu machen, muss man nur die kleinen Micro-USB-Kabel einstecken. Dann übernimmt eines der beiden Endgeräte die Aufgabe des Computers und regelt die Kommunikation zwischen ihnen - die Digitalfotos können herübergeschaufelt werden. Wohlgemerkt funktioniert die Kommunikation nur einseitig. Ein echter bidirektionaler Austausch ist nicht möglich. Eine Kamera beispielsweise wird immer nur stummer Lieferant der Daten sein, nur das OTG-taugliche Handy kann Informationen anfordern und senden.
Falls ein MP3-Spieler oder ähnliches zweckentfremdet wird, muss man nicht einmal auf den gewohnten Komfort verzichten. Manches technische Spielzeug ist mit einem Display ausgestattet, auf dem sich später alle Bilder betrachten lassen. Darüber hinaus bieten einige Exemplare sogar an, sie als bunte Dia-Show zu präsentieren.
Welche Geräte setzen USB On-the-go ein?
![]() |
| Am Logo von USB On-the-go ist zu erkennen, ob ein Gerät den Standard unterstützt. |
Ob ein Gerät den Standard USB On-the-go unterstützt, erfährt man im Zweifelsfall durch das offizielle Logo, das auf ihm prangt. Damit ist gesichert, dass es mit der Kamera kommunizieren und Bilder von der Speicherkarte saugen könnte. Die Kamera dagegen muss nichts von USB OTG wissen.
Allerdings sind damit nicht alle Bedingungen erfüllt. Das angehängte Gerät muss
Überbrückung für alle digitalen Speicher
![]() |
| Die Syncbox von Pearl vermittelt zwischen zwei Endgeräten. |
Allerdings stellt sich die Frage, ob man nicht gleich eine mobile Festplatte anstatt des Kästchens mitnimmt, um Daten in großen Mengen zu sichern. Dieser Mittler zwischen Kamera und anderen Digitalgeräten dürfte also sinnvoll sein, wenn MP3-Spieler und Handy häufig dabei sind und sich als Ausweichmöglichkeiten anbieten.