Fotostudios Nieder

Tests

Glas auf Fotos festhalten

Glas auf Fotos festhalten

Glas fotografierenGlas ist ein unberechenbares Motiv. Es spiegelt, verschwindet im Hintergrund oder wirft unschöne Schatten. Dies kann einen Fotografen zur Verzweiflung treiben. Dennoch steht er vor einem reizvollen und gerne abgelichteten Motiv:

Bereits mit einfachen Mitteln lässt sich das spröde Material in den Griff bekommen. Die benötigte Ausrüstung ist in jedem Haushalt vorhanden, und auch ihr Aufbau lässt sich ohne große Mühe bewerkstelligen.

Das improvisierte Studio

Zubehör

  • Kamera
  • Stativ
  • Weißes Leintuch oder
    Pappe im Format DIN A3
  • Mehrere Tischleuchten
  • Eventuell Taschenlampe
  • Butterbrotpapier

An manchen Tagen liefert die Sonne eine geeignete Ausleuchtung, so dass man keine Lampen im Haus zusammensuchen muss. Allerdings dürften optimale Bedingungen nur selten herrschen. Damit das Licht schön gestreut wird, muss der Tag diesig sein, aber dennoch ausreichend hell. Allerdings sollten keine Wolken vorüber ziehen, da man sich ansonsten mit wechselnder Beleuchtung herumschlagen muss, die immer neue Kameraeinstellungen verlangt. Da dies alles nur selten verfügbar ist, wird man die kontrollierte Umgebung unseres selbstgebastelten Studios bevorzugen.

Auch wenn es zur Not ohne geht, ist ein Stativ dringend zu empfehlen. Es bietet zahlreiche Vorteile:

Jeder ungeeignete Hintergrund zerstört die Wirkung der durchscheinenden Objekte. Daher sollte er zurückhaltend sein und störende Schlagschatten vermeiden helfen. Grundsätzlich gibt es hierfür zwei Lösungen.

  1. Meist wird eine so genannte Hohlkehle bevorzugt. Diese bastelt man beispielsweise aus einem Karton im Format DIN A3. Er wird einfach etwas gebogen und mit Reißzwecken oder Klebefilm wie abgebildet befestigt. In Fotohandel sind Pappen in professioneller Qualität erhältlich: reflexarm, knickfest, haltbar und in vielen Farben. Wer dagegen häufiger Stillleben, Produkte und ähnliches fotografiert, wird auf eine dauerhafte Lösung zurückgreifen: Das Studio-out-of-the-box von Kaiser Fototechnik ist eine preiswerte und platzsparende Alternative.
  2. Mit der zweiten Lösung bringt man Getränke schön zum leuchten: Dazu stellt man das Glas vor ein Leintuch, das vor eine Lichtquelle gespannt ist. Das Tuch dämpft und streut das Licht, so dass keine unerwünschten Reflexe entstehen.
Eine Hohlkehle samt Kamerahalterung von Kaiser Fototechnik eignet sich als preiswertes Mini-Studio. Die gedämpfte Beleuchtung durch das Glas hindurch lässt seinen Inhalt leuchten.

Entscheidend für die Bildwirkung ist die Farbe des Hintergrunds. Welche vorzuziehen ist, lässt sich in drei Regeln zusammenfassen, die natürlich nicht absolut zu setzen sind:

  1. Für farbloses Glas empfiehlt sich ein neutralgrauer Hintergrund.
  2. Bunte Gläser erhalten einen weißen Hintergrund.
  3. Falls eine Flüssigkeit enthalten ist, kann man sie reizvoll kontrastieren, etwa roten Wein mit schwarzem Stoff. Auf ihm sind auch keinerlei Schatten zu sehen.
Beleuchtung
Das Lampenlicht von oben und den Seiten muss durch Butterbrotpapier oder ähnliches gestreut werden.

Die größte Herausforderung stellt die Beleuchtung dar. Eine Variante hat man bereits kennen gelernt, die Lampe hinter dem Leintuch. Weitere Effekte lassen sich durch eine andere Verteilung von Leuchten erreichen.

Eine Hänge- oder Stehlampe spendet Helligkeit von oben. Allerdings liefert sie zu grelles Licht, das gedämpft werden muss. Diese Aufgabe erledigt gewöhnliches Butterbrotpapier, das davor gespannt wird. Aber Vorsicht: Direkt vor der Glühbirne erwärmt es sich zu stark und Brandgefahr droht. Mit einer Halterung lässt sich die Distanz vergrößern. Sie ist schnell etwa aus zwei Büchertürmen gebaut, auf die das Papier gelegt wird. Eleganter sind natürlich Tischklemmen, die im Fotofachhandel erhältlich sind. Ihr unteres Ende lässt sich an einen Tisch schrauben, sie besitzen bewegliche Arme und oben nimmt eine Klemme allerhand Gerätschaften wie Blitzgeräte und Reflektoren auf.

Zwei weitere Stehlampen werden sie schräg link und rechts vor dem Glas aufgebaut. Sie werden ebenfalls mit Butterbrotpapier abgeschirmt. Ihre genaue Ausrichtung und Nähe muss per Augenmaß geregelt werden. Besonders die Reflektionen sollten kritisch beäugt werden. Sie lassen sich entweder auf dem Display einer Digitalkamera begutachten oder der Fotograf postiert sich in Blickrichtung des Objektivs. Falls sie zu stark sind, muss man die Lampe etwas wegrücken oder die Leuchtrichtung ändern. Steht dagegen nur eine Stehlampe zur Verfügung, kann man auf der Gegenseite einen Reflektor positionieren, etwa ein Stück weißes Styropor oder Pappe.

Nachdem die Ausleuchtung stimmt, kommen zusätzliche Lichteffekte hinzu. Ein Punktlicht etwa erzeugt einen interessanten Lichtstern. Eine kleine Taschenlampe mit gebündeltem Strahl ist zu diesem Zweck geeignet, insbesondere wenn es sich um eine kleine Halogenleuchte handelt. Jedoch benötigt man eine weitere Halterung, um sie zu fixieren. Einfacher geht es mit digitaler Nachbearbeitung. Das kostenlose Bildbearbeitungsprogramm The Gimp bietet hierfür zahlreiche Optionen im Menüpunkt "Filter - Lichteffekte - Gflare". Ansonsten lässt sich auch der kostenlose Filter PixelSampler in Photoshop oder den Freewares Irfanview und ImageN einbinden.

Etwas Geduld und Ausprobieren verlangen glänzende Ränder, wie im Beispielbild zu sehen. Sie werden mit Reflektoren erzeugt, die stärker und präziser wirken als Styroporplatten. Dafür ist beispielsweise Alufolie bestens geeignet, das auf schmale Holzlatten oder ähnlich stabiles Material geklebt wird. Die Klötzchen stellt man rechts und links vom Glas auf und verrückt sie so lange, bis sich beidseitig ein schimmernder Streifen abzeichnet.

Kamera-Einstellungen



Preload Preload Preload Preload Preload Preload Preload Preload Preload Preload