Zündende Bildideen
Dass Feuer jeden fasziniert, ist nicht verwunderlich.
Schließlich bescherte es dem Menschen das erste
Mammutsteak, beschützte ihn vor Kälte und Säbelzahntigern und kam wie der Zorn Gottes über ihn. In so großen
Dimensionen muss man aber nicht denken, um ein
spektakuläres Motiv aufzunehmen. Ein schlichtes Streichholz
genügt, um ausreichend Rauch und Flammen zu erzeugen.
Den Lichtspielort einrichten
Für die Lichtspiele wird ein windstiller Ort benötigt. Er garantiert, dass sich der Rauch schön kräuselt und nicht sofort verweht. Zudem sollte er abgedunkelt werden, damit die Lichtverhältnisse besser kontrollierbar sind.
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| Vor einem dunklen Tuch heben sich Rauch und Flamme optimal ab. Links wurde mit Blitz gearbeitet. Rechts wurde eine Lampe verwendet und eine Verschlusszeit von 1/400 Sekunde eingestellt. |
Das improvisierte Studio ist schnell eingerichtet:
- Damit sich die Flamme schön abhebt, benötigt sie einen dunklen Hintergrund. Hierfür sind verschiedene Materialien denkbar. Dunkle, reflexarme Pappe ist im Fotohandel erhältlich, zur Not ist auch ein dunkles Tuch geeignet.
- In gebührendem Abstand zur Wand wird das Experiment aufgebaut. Dies hat einen einfachen Grund: Indem man sich entfernt, wird der Hintergrund unscharf und damit unauffällig abgelichtet.
- Das Streicholz erhält ein Podest, das aus einem Stativ oder schlicht aus einem Tisch bestehen kann – wichtig ist nur, dass es auf dem erhöhten Standort bequem zu fotografieren ist. Darauf befestigt man das Streichholz, damit die Kamera in aller Ruhe ausgerichtet werden kann. Als tauglich erwiesen haben sich Metallklemmen, Knetgummi oder was der Haushalt auch immer bietet - die Halterung darf nur nicht entzündbar sein. An dieser Stelle sei erwähnt, dass immer ein Eimer Wasser bereit stehen sollte, da sich ein Streichholz gerne selbstständig macht und hässliche Löcher in Tisch und Boden brennt.
Aufbau der Kamera
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| Unzählige Versuche sind nötig, bis ein Resultat befriedigend ausfällt. Aber Streichhölzer kosten wenig und das Experiment macht viel Spaß. |
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Der Fotoapparat wird auf ein Stativ aufgepflanzt. Auf diese Weise muss der Fotograf nur ein einziges Mal manuell fokussieren, da sowohl Motiv und Kamera fest stehen. Dabei kann man nicht sorgfältig genug vorgehen, da ansonsten die ganze Serie unscharf und damit nutzlos wird. In den folgenden unzähligen Versuchen, die das unberechenbare Feuer erfordert, kann er sich völlig auf andere Einstellungen konzentrieren. So etwa sind mit kürzeren Verschlusszeiten die züngelnden Flammen schärfer festzuhalten oder verschwimmt mit einem größeren Blendenwert der Hintergrund.
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Grundsätzlich sind kurze Belichtungszeiten zu empfehlen, etwa 1/200 Sekunde oder weniger. Darüber hinaus haben sich höhere Blendenwerte ab F8 bewährt. Die Erfahrung zeigt, dass das Foto ansonsten zu hell gerät. Falls die Kamera aber erlaubt, extremer abzublenden, kann eine Lichtquelle von vorn sinnvoll sein. Ambitionierte Hobbyfotografen haben sich für solche Zwecke einen einen oder mehrere Baustrahler zugelegt, ansonsten erfüllt eine Schreibtischlampe diesen Zweck.
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Als wichtigste Lichtquelle schaltet man den Blitz hinzu. Falls nur ein eingebauter Blitz verfügbar ist, reduzieren sich die gestalterischen Möglichkeiten etwas. In diesem Fall kann man das Streichholz beispielsweise etwas von unten fotografieren, was den himmelwärts strebenden Rauch hervorhebt.
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Mit einem so genannten Slave-Blitz lässt sich etwas freier experimentieren. Das frei aufstellbare Gerät wird durch infrarotes Licht aktiviert. Dies erhält es beispielsweise vom eingebauten Blitz, so dass gleichzeitig eine Beleuchtung von vorne und der Seite möglich ist. Soll eine frontale Beleuchtung vermieden werden, klebt man den eingebauten Lichtspender einfach ab, etwa mit Butterbrotpapier. Durch dieses dringt noch ausreichend Infrarot durch, um den Slave-Blitz zu aktivieren, aber das Licht von vorne wird gedämpft.
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Der richtige Zeitpunkt für eine Aufnahme ist nur schwer zu erwischen. Daher sollte die Kamera wenn möglich auf den Modus "Serienbild" gestellt werden. Sie schießt dann schnell einige Fotos in Folge, von denen eines mit etwas Glück gelungen ist. Das funktioniert aber nur, wenn sie nicht dazwischen pausieren muss, etwa um den Blitz nachzuladen oder die Bilddaten zu verarbeiten.
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Zum Finale wird das Streichholz entzündet. Dies erledigt am besten ein Assistent mit einem Feuerzeug. Während er schnell die Hand zurückzieht, drückt der Fotograf ab. Falls er es aber selbst erledigen muss, hilft ein Kabelauslöser. Während man mit dem Feuerzeug hantiert, ist er einfacher bedienbar und gibt etwas Bewegungsspielraum.
Das Spiel mit dem Feuer bietet aufregende Möglichkeiten, ohne allzu aufwändig zu sein. Darüber hinaus erlaubt die kontrollierte Situation, die eigene Kamera besser kennen zu lernen. Gerade bei Regenwetter oder Dämmerung kann man so vergnügliche Stunden in der Wohnung ausfüllen. Der schönste Feuerzauber kommt entweder als Wandschmuck zur Geltung oder illustriert in einem Fotokalender den Advent.