Fujifilm hat sich lange dem Trend zu mechanischer Bildstabilisierung
entzogen und sich auf hohe ISO-Empfindlichkeit als Mittel gegen
Verwacklungsunschärfe konzentriert. Mit der FinePix F50fd ändert sich
das - eine Verwacklungsminderung nach dem CCD-Shift-Prinzip ist mit an
Bord. Was bringt das in der Praxis?
In den vergangenen zwei bis drei Jahren sind FinePix-Kameras hinsichtlich der Bildqualität insbesondere bei höheren ISO-Werten an die Spitze der Kompaktkamera-Pyramide gelangt. Durch die eigenentwickelte Real Photo Technology, die eine Kombination aus Hard- und Software für die elektronische Bildverarbeitung innerhalb der Kameras darstellt, ist es Fujifilm wie kaum einem anderen Hersteller gelungen, die negativen Effekte des Bildrauschens bei hoher ISO-Empfindlichkeit zu entschärfen. Ein wichtiger Vorteil, den beispielsweise die Modelle der F30-Serie hatten, war außerdem ein großer Bildsensor mit vergleichsweise geringer Auflösung. Das sorgte für sehr hohe Lichtausbeute pro Pixel und war ein wichtiger Grundstein für rauscharme Fotos. Mit der FinePix F40fd (8 Megapixel) und der hier besprochenen FinePix F50fd (12 Megapixel) verteilt Fujifilm auf gleicher Sensorfläche deutlich mehr Pixel. Diese Auflösungssteigerung verspricht erfahrungsgemäß keine Verbesserung der Bildqualität, ermöglicht jedoch eindrucksvollere Foto-Prints und Ausschnittsvergrößerungen. Ebenfalls deutlich verbessert zu den Vorgängermodellen F31fd und F40fd hat Fujifilm die so genannte "Gesichtserkennung". Mehr zu diesem Ausstattungsmerkmal findet sich im Abschnitt "Besonderheiten".
Die FinePix F50fd ist eine klassische Kompakt-Digitalkamera, deren
fotografisches Herz ein von Fujifilm entwickelter Super CCD HR
Bildsensor ist. Seine Auflösung beträgt 12 Millionen Pixel auf einer
Fläche, deren Diagonale 1/1,6 Zoll beträgt. Damit ist der Sensor zwar
größer als der vieler anderer Kompaktkameras, muss aber auch sehr viel
mehr lichtempfindliche Zellen beherbergen, die einzeln im Endeffekt
nicht mehr Licht aufnehmen können, da sie sehr klein sind. Der Sensor
ist nach der so genannten "CCD-Shift"-Methode beweglich aufgehängt und
kann typische Verwacklungen durch die Fotografenhand ausgleichen. Das
resultiert in den meisten Fällen in schärferen Fotos vor allem bei
schwierigen Lichtbedingungen, wenn lange Verschlusszeiten notwendig
sind.
Das Objektiv der F50fd ist eine von Fujifilms Tochterfirma Fujinon
entwickelte Optik mit 3fachem optischen Zoom, das ins Kleinbild-Format
umgerechnete Brennweiten von 35 bis 105 Millimeter zu bieten hat. Die
Lichtstärke bewegt sich zwischen 1:2,8 im vollen Weitwinkel und 1:5,1
bei voller Teleeinstellung. Ab einer Entfernung von etwa sieben
Zentimetern stellt die Kamera scharf, wenn der Makromodus aktiviert
ist. Um die kontrastbasierte Auto-Fokussierung zu unterstützen, verfügt
die F50fd außerdem über ein AF-Hilfslicht.
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Das Display der F50fd ist mit 2,7 Zoll Diagonale überdurchschnittlich groß. |
Als Speicherkarten kann man sowohl SD/SDHC- als auch xD-Karten einsetzen. |
Obwohl es sich bei dieser FinePix um eine klassische Kompakte
handelt, die primär für Hobby-Fotografen mit Schnappschuss-Ambitionen
gedacht ist, sind einige Parameter bei Bildaufnahme einstellbar.
Beispielsweise gibt es abgesehen von einer Vollautomatik und
zahlreichen, meist sinnvollen Motivprogrammen, auch Blenden und
Verschlusszeit-Vorwahl. Die kleinste einstellbare Blende ist f8, die
nutzbaren Verschlusszeiten reichen von 1/2.000 bis 8 Sekunden. Die frei
wählbare ISO-Empfindlichkeit reicht von 100 bis 6.400, allerdings
stehen die Werte 3.200 und 6.400 nur bei stark reduzierter Auflösung
zur Verfügung. Beim Vorgängermodell FinePix F31fd hatte man aufgrund
der geringeren Sensorauflösung keinerlei Bedenken, ISO-Werte von 3.200
bei voller Auflösung von 6 Megapixel zu gestatten. Der Weißabgleich
wird wahlweise automatisch von der Kamera vorgenommen oder vom
Fotografen eingestellt, wobei sechs Vorteinstellunge für
unterschiedliche Lichttypen (Tageslicht, Leuchtstoff-Röhren,
Zimmerlicht u.a.) sowie ein manueller Abgleich zur Verfügung stehen.
Es gibt bei der FinePix F50fd ein besonderes Aufnahmeprogramm, das
auch von Fujifilm immer wieder gern herausgehoben wird: "Natürliches
Licht und mit Blitz". Da die Japaner seit langer Zeit daran arbeiten,
gute Fotos auch unter schlechten Lichtbedingungen zu ermöglichen,
stufen sie eine natürliche Lichtstimmung in Fotos besonders hoch ein.
Das genannte Aufnahmeprogramm erstellt zwei Bilder nacheinander - eines
mit sehr hoher Lichtempfindlichkeit ohne störendes Kunstlicht durch den
Blitz sowie eines mit Unterstützung des Blitzgeräts. Der Fotograf kann
anschließend wählen, welches im besser gefällt. Wenn beispielsweise das
Rauschen im Foto mit hohem ISO-Wert zu stark ist, nimmt man lieber das
etwas weniger natürlich ausgeleuchtete, dafür aber qualitativ bessere
Blitzbild.
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Das Fujinon-Objektiv mt 3fachem optischen Zoom zeigt eine hohe Abbildungsleistung. |
Flach, handlich und mit edlen Materialien gefertigt ist die F50fd ein angenehm unauffälliges aber robustes Modell. |
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Das Aufnahmemodus-Wahlrad ist von der Oberseite auf die Rückwand der Kamera umgezogen. |
Per USB wird die F50fd an einen PC oder Mac angeschlossen, auch Audio/Video-Verbindungen gibt es. |
Die FinePix F50fd kann natürlich auch Videoclips aufnehmen. Sie ist
zwar keine richtige Videokamera, doch die Auflösung von 640 mal 480
Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde inklusive Ton kann sich bei Wiedergabe
auf klassischen TV-Geräten durchaus sehen lassen.
Apropos Wiedergabe: Auf der Rückseite der F50fd ist ein LC-Display
integriert, dessen Bilddiagonale 2,7 Zoll beträgt. Seine Auflösung
liegt bei 230.000 RGB-Bildpunkten, was etwa einer realen Auflösung von
320 mal 240 Pixel entspricht.
Mittlerweile befindet sich Fujifilm offenbar im Prozess der
Verabschiedung des zu teuren, zu langsamen und zu wenig verbreiteten
Speicherkarten-Standards xD-Picture Card, den das Unternehmen vor
Jahren zusammen mit Olympus in den Markt eingeführt hatte. Nach wie vor
wird der xD-Standard von Fuji und Olympus unterstützt, allerdings
bietet die FinePix F50fd auch einen Einschub für die weitaus
günstigeren und zukunftssicheren SD/SDHC-Speicherkarten. Während die
xD-Cards nur mit maximal 2 Gigabyte zu haben sind, erhält man
SecureDigital-Karten mittlerweile mit 8 Gigabyte, Ende des Jahres
voraussichtlich sogar mit 16 Gigabyte.
Für die Stromversorgung in der Kamera ist ein NP-50-Akku von Fuji
zuständig, im Lieferumfang ist ein dazu passendes Ladegerät enthalten.
Dazu gibt es noch eine Handschlaufe, ein Audio-Video-Kabel, ein
USB-Kabel, eine CD mit Software und Treibern sowie ein gedrucktes
Handbuch.
Die FinePix F50fd ist hinsichtlich der Bedienung, der Menüstruktur und
des generellen Handlings eine ebenso angenehme Kamera wie die
Vorgängermodelle. Wichtige Funktionen wie Auflösung,
ISO-Empfindlichkeit oder Farbmodus in einem Menü konzentriert, das mit
nur einem Tastendruck erreichbar ist - der bekannte F-Button. Alle
weiteren Einstellungen werden über ein mehrschichtes Menü auf dem
Display vorgenommen und die Bildwiedergabe kennt wichtige Details wie
Lupenfunktion zur Schärfekontrolle sowie diverse Diashow-Präsentationen
und sogar eine automatische Vergrößerung von Porträts im Zusammenspiel
mit der Gesichtserkennung. Das Gehäuse-Design ist schlicht, die
Materialien edel und hochwertig, die Kamera macht insgesamt einen sehr
stabilen und handlichen Eindruck. Ungewöhnlich ist nur die Anordnung
des Aufnahme-Moduswahlrads auf der Rückseite der F50fd, statt wie bei
bisherigen Modellen auf der Oberseite. Der allgemeinen Bedienbarkeit
tut das allerdings nicht weh.
Fujifilms strategischer Wechsel - weg von Bildsensoren mit hoher
natürlicher Lichtempfindlichkeit durch große Aufnahmefläche, hin zu
extrem hochauflösenden CCDs - hat gute und weniger gute Seiten.
Freilich ist es ein reines Vergnügen, die für eine Kompaktkamera
geradezu obszön hoch auflösenden Fotos (2.805 gemessene Linien pro
Bildhöhe, knapp am realen Limit der Pixelhöhe) auf große Papierformate
zu drucken und die extremen Details zu bewundern. Das Zusammenspiel
zwischen Fujinon-Objektiv und Bildsensor klappt hervorragend, man merkt
der F50fd an, wie viel Erfahrung Fujifilm in diesem Bereich hat.
Andererseits opfert Fuji in diesem Zuge das gute Rauschverhalten, wie
es sich bei den 6-Megapixel-Vorgängern gezeigt hat. Schon bei ISO 100
liegt ein Wert von 0,92 Blendenstufen Helligkeitsunterschied zwischen
dem hellsten und dunkelsten Bildpunkt in einer einfarbigen Fläche an,
das von der Rauschunterdrückung der Real Photo Technology noch
einigermaßen gut weggesteckt wird. Bei ISO 1.600 und voller Auflösung
von 12 Megapixel allerdings liegt schon ein Wert von 2,27 an, der nicht
mehr so gut kompensiert werden kann. Für Empfindlichkeiten von ISO
3.200 und 6.400 muss Fujifilm gar auf die alte Technik des
Pixel-Bindings zurückgreifen, die zugunsten eines besseren
Bildeindrucks einfach die Auflösung reduziert. Die Ergebnisse sind zwar
noch brauchbar, aber nicht so brillant wie beispielsweise bei der
FinePix F31fd.
Das nicht optimale Rauschverhalten der F50fd bei hoher Auflösung
ist dann allerdings auch die einzige echte Schwäche der F50fd. Die
Farbdarstellung ist exzellent: Mit einer Sättigung von knapp über 104
Prozent liegt sie sehr nah am Idealwert von 100% und garantiert
natürliche Farben ohne die in der Kompaktklasse extreme Überbetonung
roter und gelber Anteile des Spektrums. Der präzise Weißabgleich und
die teilweise sehr exakte Farbwiedergabe sorgen für tolle, neutrale
Porträtfotos. Ebenfalls sehr gut ist der Dynamikumfang mit ein Wert von
9,7 Blendenstufen zwischen hellstem und dunkelstem Bildpunkt. Die F50fd
ist daher in der Lage, auch sehr feine Farbnuancen in schwierigen
Bildbereichen zu erfassen und darzustellen.
Das Objektiv zeigt eine gute Darstellungsqualität sowohl durch
eine geringe Randabschattung (0,562 Blendenstufen Vignettierung) als
auch durch eine sehr geringe chromatische Aberration. Der subjektive
Schärfeeindruck ist nicht so hoch wie bei manch anderen
Konkurrenzmodellen dieser Klasse, was aber zum Teil darauf
zurückzuführen ist, dass sich die elektronische Nachschärfung offenbar
in Grenzen hält. Generell hält sich Fujifilm bei diesem Modell mit den
künstlichen, nachträglichen Bildverbesserungen zurück, was insbesondere
solchen Fotografen gefallen dürfte, die Bildbearbeitung am Computer
betreiben.
Als wahrer Segen erweist sich der mechanische Bildstabilisator in
der FinePix F50fd, der die schwache Leistung beim Rauschverhalten etwas
kompensiert. Denn durch die Verringerung des Verwacklungsmoments durch
die Fotografenhand ist man nicht so sehr auf hohe ISO-Empfindlichkeit
angewiesen wie bei früheren FinePix-Modellen, wenn schlechte
Lichtbedingungen vorherrschen. Daher kann man sich ISO 1.600 oder noch
höhere Werte für Situationen aufheben, in denen sich schnell bewegende
Motive den Einsatz hoher Empfindlichkeit zwecks kurzer Verschlusszeiten
erzwingen.
Fazit: Wer sich in nächster Zeit ernsthaft mit dem Gedanken
befasst, eine neue Digitalkamera zu kaufen, sollte der FinePix F50fd
definitiv eine Chance geben - solange man nicht auf extrem hohe
ISO-Empfindlichkeit angewiesen ist. Ist das der Fall, greift man besser
zu einem der weniger hochauflösenden Modelle wie der zwar offiziell
nicht mehr hergestellten, aber noch vielfach erhältlichen FinePix
F31fd. Kaum Besseres wird man finden, wenn es um hohe Auflösung geht -
die Abbildungsqualität des Fujinon-Objektivs in der FinePix F50fd ist
exzellent, die neutrale, natürlich Farbwiedergabe ist es ebenfalls.
Zusätzliche Freude finden erfahrene Fotografen mit den halbmanuellen
Belichtungsmodi wie Verschlusszeit- und Blendenvorwahl. Die im
folgenden Abschnitt besprochene Gesichtserkennung ist derzeit
einzigartig und sorgt auf einfachstem Wege für herausragend gute
Porträt-Fotos. Die FinePix F50fd ist ein echter Tipp für alle, die
Fotos großformatig ausdrucken möchten, die an digitaler Bildbearbeitung
interessiert sind und eine im Vergleich zur restlichen Kompaktklasse
gehobenere Ausstattung wünschen. Der empfohlene Preis von rund 320 Euro
geht angesichts der guten Gesamtleistung in Ordnung.
Um das Testbild in der Originalauflösung (JPEG-Format; beste Qualitätseinstellung der Kamera) anzusehen, klicken Sie auf das Vorschaubildchen. Wegen der Dateigröße kann der Download durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen. |
Nur sehr geringe Abbildungsfehler, eine hohe Farbnatürlichkeit und Auflösung zeichnet die FinePix F50fd aus. Nur das Rauschverhalten könnte besser sein. |
Die FinePix F50fd ist das erste Kameramodell von Fujifilm, das mit
der verbesserten "Gesichtserkennung 2.0" ausgestattet ist. Schon einige
Modelle vorher hatten eine solche Funktion im Angebot, doch war deren
Zuverlässigkeit selbst in Standardsituationen stark eingeschränkt -
Profilansichten, Grimassenschneider, oder schräg gestellte Köpfe, sogar
normale Baseball-Kappen haben die alte Gesichtserkennung aus der
Fassung gebracht und sie versagen lassen.
Die Version 2.0 dieser Funktion hat mit solchen Hürden keinerlei
Schwierigkeiten mehr. Sie erkennt menschliche Motive in praktisch jeder
Situation, solange zumindest ein Teil des Gesichts zu sehen ist. Dabei
spielt es keine Rolle, ob der Schädel kopfüber, schräg oder seitlich
ins Bild gehalten wird. Auch von Kopfbedeckungen lässt sich die FinePix
F50fd meist nicht irritieren. Außerdem erkennt sich nicht nur einen
Menschen, sondern gleich mehrere, zum Beispiel wenn es sich um
Gruppenaufnahmen handelt. Belichtung und Schärfe werden bei aktivierter
Gesichtserkennung so optimiert, dass die menschlichen Motive optimal
zur Geltung kommen - auch dann, wenn dafür Details vom Hintergrund
geopfert werden müssen. Freilich kann man diese Funktion auch
abschalten, wenn sie nicht die gewünschten Ergebnisse bringt.
| Name der Kamera | F50fd |
| Hersteller | Fujifilm |
| Auflösung | 4000 x 3000 Pixel |
| CCD Brutto | 12 Megapixel |
| Objektiv |
3 -fach Zoom, 35-105 mm
Digitalzoom: 4-fach |
| Lichtstärke | 2.8f |
| Makro | 7 bis 80 Zentimeter |
| Sucher | LC-Display im Sucher |
| LCD-Display | 2.7 Zoll Farb-TFT mit 230.000 Pixel |
| Speichersystem | SD-Card Sonstige |
| Mitgeliefertes Medium | , 0 MB |
| Interner Speicher | 25 MB |
| Schnittstellen | USB Infrarot |
| TV-Anschluss | NTSC/PAL |
| IN DER PRAXIS |
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| Einschaltdauer | 2.2 Sekunden |
| Auslöseverzögerung ohne Vorfokus | 0.6 Sekunden |
| Auslöseverzögerung mit Vorfokus | 0.02 Sekunden |
| Bildfolge volle Auflösung | 0.40 Bilder pro Sekunde |
| Bildfolge im Serienmodus | 2.00 Bilder pro Sekunde |
| Max. Bildanzahl Serie | 3 Bilder |
| Belichtung | manuelle Blendenvorwahl manuelle Zeitvorwahl Belichtungskorrektur +/- 2 Blendenstufen |
| Eingebauter Blitz | Ja, Reichweite: 4.40 m |
| Blitzmodi | Immer ein Immer aus Automatik-Blitz Slow-Sync Anti-Rote-Augen |
| Zusatzblitz | nein |
| Standardbildformat | JPEG |